WAS PASSIERT IM KÖRPER BEI STRESS?

Stress wird oft als Problem gesehen – aber selten wirklich verstanden

Stress gehört für viele inzwischen zum Alltag.

Gleichzeitig zeigt sich: Nicht jeder reagiert gleich darauf.

Noch wichtiger ist jedoch: Die Ursachen – und auch die Folgen – haben sich verändert.

Vor Tausenden von Jahren konnte es vorkommen, dass ein junger Jäger oder Sammler, ohne es zu merken, eine von Milzbrand zerfressende Antilope verzehrte. Die Folgen sind klar - ein paar Tage später ist er tot.

 

Warum die Folgen nicht für jeden gleich sind

Heute meint ein junger Anwalt, ohne groß darüber nachzudenken, dass rotes Fleisch, gebratene Speisen und zwei Halbe Bier pro Abendessen eine zuträgliche Ernährung darstellen. Aber die Folgen liegen keineswegs auf der Hand.

Fünfzig Jahre später ist er vielleicht durch ein Herzkreislaufleiden zum Invaliden geworden - oder er macht Radtouren mit seinen Enkelkindern. 

Welches Resultat letztlich eintritt, hängt von vielen Faktoren ab.

 

Einige davon lassen sich gut bestimmen - etwa die Fähigkeit seiner Leber, Cholesterin zu verarbeiten, die Konzentration bestimmter Enzyme in seinen Fettzellen oder eine angeborene Schwäche in den Wänden seiner Blutgefäße.

 

Aber das Resultat wird auch stark durch solche Unwägbarkeiten bedingt sein wie seine Persönlichkeit. Sein Ausmaß an seelischem Stress, den er im Lauf der Jahre erlebt, und ob es jemanden gibt, bei dem er sich "ausweinen" kann, wenn diese Belastungen auftreten. 

 

"Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile"

                                                                           - Aristoteles 

 

Alles hängt zusammen

In der Medizin wird häufig noch getrennt gedacht: zwischen Körper und dem, was wir fühlen, erleben und denken und übersehen dabei, wie stark diese Bereiche miteinander verbunden sind und in Wechselwirkung stehen (Körper, Geist, Seele* und der Umwelt).

Also die Wege und Kanäle, über unsere Emotionen, unsere Persönlichkeit, aber auch die Funktionsfähigkeit und Gesundheit nahezu jeder Zelle im Körpers beeinflusst werden.

Kurzum: Es geht darum zu verstehen, durch welche Mechanismen Stress manche Menschen anfälliger für Krankheiten macht - und andere wiederum mit den Stressoren des Lebens besser zurechtkommen. 

 

Die entscheidende Erkenntnis bleibt dabei:

Eine Krankheit lässt sich nicht isoliert betrachten, sondern nur im Kontext der Person, die sie betrifft. 

Was passiert im Körper bei Stress?

Genau darum geht es in diesem Beitrag - und in den folgenden. 

Im ersten Schritt geht es darum, den oft  unscharfen Begriff "Stress" greifbarer zu machen: 

  • Was passiert im Körper, wenn Stress entsteht?
  • Welche System werden aktiviert, welche in Gang gesetzt?

Darauf aufbauend wird sichtbar, wie eng Stress mit verschiedenen Bereichen unseres Körpers verbunden ist - etwa dem Blutkreislauf, der Energiespeicherung, dem Wachstum, der Fortpflanzung oder dem Immunsystem. 

Was das für den Umgang mit Stress bedeutet 

Manche dieser Erkenntnisse können zunächst erdrückend wirken - anhaltender oder wiederholter Stress kann den Körper auf vielfältige Weise aus dem Gleichgewicht bringen. 

Doch nicht jeder Mensch wird zwangsläufig durch stressbedingte Erkrankungen aus der Bahn geworfen. Vielmehr zeigt sich, dass viele Menschen - physiologisch und psychologisch Wege finden, mit den Stressren de Lebens umzugehen. 

Am Ende geht es darum, zu verstehen, was hinter diesen Unterschieden steckt - und welche Prinzipien sich auch im eigenen Alltag wiederfinden lassen.  

Es gibt gute Grüne, diesem Thema mit eine gewissen Zuversicht zu begegnen. Vielleicht lohnt es sich, im Alltag einmal bewusster wahrzunehmen, wie der eigene Körper auf Stress reagiert.

 

Im nächsten Beitrag geht es darum, was genau im Körper passiert, wenn Stress entsteht – und welche Systeme dabei eine Rolle spielen.

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